Stenografen-Verein Goslar E. V.

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 Mai/Juni 2018

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Unbefriedigend

Sprache in Wort und Schrift, … Evolution und Zivilisation haben die Entwicklung geprägt und uns das heutige Niveau gebracht … über alle Geistesstufen und gesellschaftlichen Strukturen hinweg. Klarheit, Verständlichkeit, Deutlichkeit haben von der Technisierung eher profitiert. Durch die Informationstechnologie sind nun viele Kriterien für persönliche und berufliche Verständigung auf niedrigeres Niveau abgeglitten, und die Frage ist an sich nur noch, bis zu welchem Stand sich Ausdrucksvermögen und Ästhetik degenerieren können.

Für Anfang Februar hatten wir Grundkurse in Kurzschrift sowie im Tastschreiben für Schüler und auch für Erwachsene angeboten. Leider mussten wir dieses Angebot mangels Interessenten auf einen Schülerkurs reduzieren, der auch nicht gerade überfüllt ist. Neben der Rationalisierung von Schrift beinhalten unsere Kurse naturgemäß auch die Pflege unserer Muttersprache. Und genau dieser Punkt spielt offensichtlich eine immer kleinere Rolle. Aber: Wer kann, der kann! Und alle Teilnehmer unserer Grundkurse wissen ihre intensive Auseinandersetzung damit zu schätzen; denn es soll schon noch Lehrer, Dozenten, Ausbilder, Vorgesetzte und Manager geben, die solche Fähigkeit gern nutzen … aus unterschiedlichen Gründen.

Für dieses Semester sind so die „Züge abgefahren“. Allerdings bieten wir im August die nächste Möglichkeit einer Ausbildung in Kurzschrift oder Tastschreiben (Textverarbeitung). Sehr gern würden wir einmal wieder die angedeuteten Tendenzen quantitativ positiv bewerten.

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Unersetzlich

Jahrzehntelange Wettschreibtätigkeit, auf welcher Ebene, in welcher Stufe und mit welchem Erfolg auch immer, sollte nie enden, weil diese Aufgabe in dieser Gesellschaft ganz einfach süchtig macht. Und weil die Phalanx der Wettschreiber sich nicht der biografischen menschlichen Entwicklung entziehen kann, ist es doch nicht mehr als billig, dass man, besser: der Deutsche Stenografenbund, diesen Schnellschreibern auch in fortgeschrittener Reife einen besonderen Wettbewerb bietet, die

Deutschen Seniorenmeisterschaften,

 
in diesem  Jahr vom 15. bis 17. Juni 2018 in Lübbenau/Spreewald. Im Programm stehen die Wettbewerbe Kurzschrift (alle Leistungsstufen) und Texterfassung (20 Minuten), zugelassen sind Wettschreiber ab 50 Jahre, also Jahrgang 1968 und früher.

 
Unser Verein wird einmal mehr nicht nur in der Mitarbeit, sondern auch mit aktiven Schreiberinnen und Schreibern vertreten sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird diese Veranstaltung in ihrer 18. Auflage wieder sehr harmonisch, fast familiär sein, sicher beeinflusst vom touristischen Angebot dieser Region.

Der Meldeschluss ist zwar nicht mehr fern, aber dennoch sollte sich schnellstens mit dem Vorsitzenden verständigen, wer die Voraussetzungen erfüllt und teilnehmen möchte.

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Herausragend

400 Silben, 529 Anschläge bzw. 150 Textbearbeitungen, dies sind die Höchstleistungen am 14. März bei den Stadtmeisterschaften. Mit Wolfgang Groth und Martina von der Eltz verzeichnen wir zwar auf den Wanderpreisen der Stadt Goslar, des Aus- und Weiterbildungszentrums sowie auf dem Wohltmann-Cup die bekannten Namen, doch dahinter tauchen im Wettschreibfeld von 46 Teilnehmern in den drei Wettbewerben – das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 13 – doch Namen mit guten Leistungen auf, auf die wir unter normalen Umständen für die Zukunft setzen dürfen.

Insbesondere Robin Rönnecke als bester Schüler erschrieb sich sowohl den Wanderpreis der Sparkasse als auch den Grauhof-Ehrenpreis. Mit weiteren Ehrenpreisen werden in der Steno-Tea-Time am 5. Mai ausgezeichnet: Joshua Beck, Lars Drygala, Astrid Ghaly, Ute Haberkorn und Niklas Warnecke.

Wir gratulieren allen Titel- und Preisträgern bzw. Wettschreibern zu ihren Leistungen und hoffen, dass sich der leicht positive Trend halten oder gar ausweiten lässt. Hier die kompletten Ergebnisse:

Kurzschrift: Wolfgang Groth 400 S./II, Peter Birtel 375 S./III, Martina von der Eltz 300 S./IV, Regina Groth 240 S./II, Ute Haberkorn 190 S./II, Doris Weerts 190 S./III, Astrid Ghaly 175 S./II, Andreas Tesch 160 S./II, Inge Biedermann 145 S./III, Maike Mund 110 S./III. Tastschreiben: Martina von der Eltz 529 und 480 A., Joshua Beck 371 A., Wolfgang Groth 377 A., Robin Rönnecke 302 u. 295 A., Inge Biedermann 324 A., Niklas Warnecke 317 A., Anja Biedermann 306 A., Ute Mandalka 212 u. 233 A., Manuela Wiggert 153 S., Fabienne de Bont 126 u. 149 A., Detlef Student 229 A., Lars Drygala 137 A., Cornelia Rönnecke 159 A. Textbearbeitung: Martina von der Eltz 150 AK, Niklas Warnecke 126 AK, Joshua Beck 113 AK, Wolfgang Groth 92 AK, Detlef Student 84 AK, Anja Biedermann 84 AK, Inge Biedermann 74 AK, Robin Rönnecke 75 AK, Lars Drygala 62 AK, Ute Mandalka 52 AK, Manuela Wiggert 49 AK, Fabienne de Bont 38 AK.

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Klassenziel verfehlt

Immer häufiger wird in der Gesellschaft darüber diskutiert, ob und warum unser Bildungssystem nichts dagegen tut, dass die Schule für Kinder und Eltern zum Dauerärgernis geworden ist. Ein ausführlicher Bericht in einer führenden Wochenzeitschrift kommt zu der Erkenntnis, dass in der Politik das Familienministerium zu einer Unterabteilung für das Wirtschafts- und das Finanzministerium verkommen ist, weil Familienpolitik mehr und mehr dem Arbeitsmarkt oder dem Sozialhaushalt dient und so die Interessen und Wünsche der Familien, der Mütter, der Väter und vor allem der Kinder zur Nebensache geraten lässt. Der Familienbericht der Bundesregierung selbst stellt heraus, dass nunmehr nach Pflege und Betreuung der Senioren unser Nachwuchs als zweite große und unproduktive Gruppe der Gesellschaft zugunsten des Erwerbslebens zu vernachlässigen sei, sozusagen als Fortsetzung der Agenda 2010.

Von insgesamt zehn Gründen für diese Entwicklung stößt uns dabei die Beurteilung der auch von uns für unsere Ausbildungsarbeit bezweifelte Segen der Ganztagsbetreuung ins Auge, wonach Kinder in staatlicher Einheitsbetreuung besser aufgehoben sind als bei ihren Eltern zu Hause. Diesem „Märchen“ werden einige wissenschaftliche Erkenntnisse entgegengesetzt: Ein Kind lernt in seinen ersten vier Lebensjahren beiläufig von seinen Eltern mehr als in der gesamten Schulzeit; Ärzte und Psychologen warnen vor eventuellen Folgen zu früher und zu langer Fremdbetreuung. Bei allem Wissen und Bewusstsein für die Organisation familiären Lebens wirft eine bekannte Soziologin die Frage auf, ob es unserer Vorstellung von einer humanen Gesellschaft entspricht, „wenn unser Kind seine ersten Worte zu einer Kita-Betreuerin spricht bzw. unsere Großmutter ihre letzten Worte zu einer Altenpflegerin“. Eine der entscheidenden Fragen in unserer Familien- und Bildungsdiskussion, ob der Staat wirklich halten kann, was er im Sinne der Veränderung des Familienlebens in unserer Gesellschaft nach ausschließlich ökonomischen Kriterien verspricht, beantwortet sich von selbst: Eltern sind und bleiben unersetzlich für ihre Kinder; denn sie sind die einzigen Menschen mit der Fähigkeit, ihr Kind ohne Wenn und Aber zu lieben. Allerdings besteht in fast allen Studien das Problem darin, dass sich Kleinkinder als Hauptbetroffene selbst noch nicht äußern können, wenngleich man weiß, dass hoher Stress in der frühen Kindheit langfristig prägt.

In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass die Ganztagsschule darauf basiert, dass Eltern mit ihren Erziehungsaufgaben überfordert sind. Die politische Gegenseite propagiert die gefährlichen Tendenzen zu Ganztagsschulen, die den elterlichen Einfluss schmälert. Immer stärker setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Ganztagsschule die meisten der in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Selbst zum Wissen um „offene“ oder „gebundene“ Form wird in führenden Medien kritisiert, dass „unbeobachtet und frei von Kontrollen Schulen im konzeptionslosen Vakuum vor sich hin experimentieren“. Dies wirft letztlich die Frage auf, ob im Zuge dieser Entwicklung die Wirtschafts- und Arbeitswelt noch instabiler und unberechenbarer geworden ist.

Sicher können wir Unterschiede in der Qualität nicht ausschließen. Aber Auswirkungen wie der Trend zu einer der bestehenden 5651 Privatschulen, Leistungsdruck, Bildungsungerechtigkeit, Lehrerkompetenz unterlaufen die freie Entfaltung oder die Talentförderung und damit auch ästhetische Ergebnisse; saubere, fehlerfreie und verständliche schriftliche Kommunikation interessiert immer weniger. Ansonsten hätten wir in unseren Tastschreib-Schüler-Kursen mehr Resonanz.

Gymnasium

Ein weiterer bildungspolitischer Punkt rückt seit geraumer Zeit mit dem Vergleich Realschule … Oberschule … Gymnasium in das gesellschaftliche Blickfeld: Wer weiß den Unterschied, wer kennt die Durchlässigkeit dieser Schulformen, wer ist absolut sicher in der Einschätzung der Studienfähigkeit?

Ganz abgesehen von den in 16 Bundesländern unterschiedlichen Bedingungen haben wir für „Dinos“ eine historische Auslegung gefunden: Ursprünglich war in Griechenland das gymnásion ein öffentlicher Platz, auf dem männliche Jugendliche mit nacktem Oberkörper Leibes- und Geistesübungen absolvierten. Unter Verwendung des Namens für eine „Versammlungsstätte der Philosophen“ übertrugen Humanisten des 15. und 16. Jahrhunderts die Bezeichnung Gymnasium auf die Form der höheren Schule.

Die Realschule ist eine moderne, praxisorientierte Schulform, die im 18. Jahrhundert mit dem pädagogischen Realismus aufkam. Dieser forderte, sich nicht wie auf dem Gymnasium vorwiegend mit Sprachen, sondern mit den „realen Dingen dieser Welt“ – Fächern wie Physik, Geografie und Geschichte – zu beschäftigen. Die „Oeconomisch-Mathematische Real-Schule“ in Berlin war 1748 die erste ihrer Art.

Eines können wir festhalten: Mit diesen „nackten“ Tatsachen herrschte doch wohl Klarheit, die wir in neuester Zeit stark vermissen. Ob dies zum Föderalismus gehören muss?

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Ungeheuer wettbewerbsfähig

Längst überfällig sind im Rahmen unserer Aus- und Fortbildungsarbeit ein paar Anmerkungen zu unseren Unterrichtsleitern, amtliche Bezeichnung = Dozentinnen. Zurzeit stehen uns für Kurzschrift zwei und für den PC-Unterricht vier Mitstreiter/innen zur Verfügung, die zur Hälfte Ruheständler oder Berufstätige sind, die dann ihren ideellen Einsatz grundsätzlich mit dem Job abstimmen müssen. Nicht alle sind ständig im Einsatz, was gelegentlich mit anderweitigen Verpflichtungen kollidiert. Damit können wir den aktuellen Bedarf gut abdecken.

Seit eh und je trifft sich dieser Kreis regelmäßig, um aktuelle organisatorische und fachliche Fragen zu besprechen, Lösungen für anstehende Aufgaben zu finden, sich aber auch immer wieder über gute Ergebnisse zu freuen. Einsatzbereitschaft, Hilfsbereitschaft, Verständnis und Harmonie sind die Grundlage für diese jahrzehntelange Zusammenarbeit. Deren Fortsetzung bis ans Ende aller Tage wünschen wir uns natürlich, wohl wissend, dass vor allem biologische oder biografische Entwicklungen schon mal Hürden aufbauen können. Zuversicht und Vertrauen sind nicht hoch genug einzuschätzen und hoffentlich stabile Basis für weitere erfolgreiche Vereinsarbeit.

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Unbegreiflich

Der Deutsche Stenografenbund hat seine Ehrenordnung aktualisiert, auf deren Basis verdiente Mitglieder aus den angeschlossenen Vereinen ausgezeichnet werden können für die drei Bereiche Leistung, Treue und Mitarbeit – meist in drei Stufen. Als höchste Stufe wird die Ehrenplakette des Deutschen Stenografenbundes in Gold bereitgehalten. Voraussetzung für die Verleihung ist ein „jahrelanges Wirken in überörtlichen stenografischen Organisationen, also aktive Vorstandstätigkeit in Bezirks- oder Verbandsvorständen“ bis hin zum nationalen Präsidium.

Als einer der Ersten wurde in der Bundesmitgliederversammlung in Bad Salzuflen am 22. April unser Vorsitzender Eckehardt Hubitschka völlig unerwartet und zu seiner überwältigenden Überraschung nun mit dieser Ehrenplakette von der Präsidentin des DStB ausgezeichnet. Der Verfasser dieser Information kann mehr als identisch bestätigen, dass unser „Boss“ noch nie in seinem langen Leben derart fassungslos und sprachlos gewesen ist. Es bleibt zu hoffen, dass diese Ehrung nochmals Anschub für eine erfolgreiche fachliche und organisatorische Vereinsarbeit gibt.

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Goslarer Stenografen-Zeitung per E-Mail

Gern übersenden wir unseren Mitgliedern und Freunden die kompletten Vereinsnachrichten per E-Mail im pdf-Format. Eine kurze Nachricht genügt. >> E-Mail an den Stenografen-Verein Goslar

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Zuletzt aktualisiert: 08.05.2018

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